Versicherungen haben 2024 weniger verdient
(kunid) Rückläufig entwickelte sich auch das Finanzergebnis, insgesamt reduzierte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 6,7 %. Weiterhin auf hohem Niveau, wenn auch leicht unter dem des Jahres davor, liegt die Solvenzquote.
Naturkatastrophen, allen voran das Mittelmeertief „Boris“ im September, sowie die Inflation haben 2024 die Erträge der österreichischen Versicherungswirtschaft beeinträchtigt. Das schreibt die Finanzmarktaufsicht (FMA) in ihrem Bericht über das vierte Quartal zum Versicherungsmarkt.
Während die Prämien in allen Sparten gestiegen seien, waren sowohl das versicherungstechnische Ergebnis als auch das Finanzergebnis rückläufig, was schließlich auch zu einem niedrigeren Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit geführt hat.
Hauptgrund sei gewesen, dass die Leistungen stärker als die Prämien gestiegen sind, was vor allem auf die Schaden- und Unfallversicherung zurückzuführen sei. Nach wie vor auf hohem Niveau, wenn auch ebenfalls leicht rückläufig, befand sich die Solvenzquote.
Höhere Aufwendungen belasten
Aufwendungen für Versicherungsfälle, die laut FMA sowohl die Zahlungen für Versicherungsfälle als auch die Veränderung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle umfassen, stiegen im Gesamtjahr gegenüber 2023 um 5,9 %auf 18,8 Milliarden Euro.
Die stärksten Zuwächse verzeichnete erwartungsgemäß die Schaden- und Unfallversicherung mit knapp 15,0 % auf 9,9 Milliarden Euro. Höhere Aufwendungen für Versicherungsfälle gab es auch in der Krankenversicherung (+13,6 % auf 2 Milliarden Euro)
In der Lebensversicherung waren die Aufwendungen für Versicherungsfälle dagegen rückläufig: Sie reduzierten sich um 6,8 % auf 6,7 Milliarden Euro. Rückkäufe summierten sich auf 2,4 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 12,0 % entspricht.
Ergebnisse spiegeln Entwicklung wider
Das versicherungstechnische Ergebnis der Versicherungsunternehmen habe in den vier Quartalen 2024 in Summe bei 379 Millionen Euro gelegen, was einem Minus gegenüber dem Jahr davor von 30,6 % entspricht.
Verbessert hat sich das versicherungstechnische Ergebnis in der Krankenversicherung, wo es um 82,8 % auf 158,7 Millionen Euro stieg. Deutliche Rückgänge gab es dagegen im Bereich Leben (-39,0 % auf 152,3 Millionen Euro) sowie Schaden/Unfall (-67,4 % auf 68,5 Millionen Euro).
Negativ entwickelt hat sich auch das Finanzergebnis: Die Kapitalaufwendungen sind gegenüber dem Jahr davor um 8,5 % gestiegen, während Kapitalerträge um 0,4 % abnahmen. In Summe bedeutete dies einen Rückgang des Finanzergebnisses um 4,3 % auf 2,9 Milliarden Euro.
Prämienplus auch im vierten Quartal
Wie bereits in allen Quartalen davor sind die verrechneten Prämien auch im vierten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum gestiegen. Insgesamt haben sie sich um 4,6 Prozent auf 5.218,4 Millionen Euro erhöht.
Die Prämieneinnahmen über alle vier Quartale summiert betrugen 23,15 Milliarden Euro. 2023 hatte es laut dem FMA-Bericht Q4 2023 nur 21,95 Milliarden betragen.
Weiterhin starke Kapitalposition
Die Summe aller Assets zu Marktwerten (ohne die Kapitalanlagen der fondgebundenen und der indexgebundenen Lebensversicherung) betrug per Ultimo des Vorjahres 107 Milliarden Euro (31.12.2023: 106,1 Milliarden).
Deutlich erhöht haben sich die stillen Reserven (ebenfalls ohne jene der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung): Sie stiegen auf 15,2 Milliarden Euro und damit auf den höchsten Wert seit dem ersten Quartal 2022; zu Ende des Jahres 2023 hatten sie nur 13,1 Milliarden Euro betragen.